Die jüdischen Eheleute Julius Davidsohn und Franziska geb. Fürst ziehen ca. 1878 von Ostpreußen nach Spremberg.1 Julius ist Arzt und soll Kreisphysikus im Kreis Spremberg werden. Damit ist er dem Landrat unterstellt, hat die Aufsicht über das Medizinalwesen und ist für die Gerichtsmedizin zuständig. Da das Gehalt eines Kreisphysikers eher gering ausfällt, wird er seinen Lebensunterhalt mit einer eigenen Praxis in Spremberg bestreiten.2 Schließlich wird Julius auch Sanitätsrat.3
Die Eheleute haben mindestens ein Kind, Heinrich (*1865).4 Ob Heinrich selbst auch in Sprembeg gelebt hat, ist unbekannt.
Am Ende seines Lebens kommt Dr. Julius Davidsohn in eine Privatklinik nach Berlin, wo er am 24. Januar 1902 im Alter von 67 Jahren verstirbt.5 Franziska Davidsohn soll laut einer Zusammenstellung über die Lausitzer Juden am 23. September 1912 in Spremberg gestorben sein.6 Das lässt sich allerdings über die Sterbeeinträge des Stadtarchivs nicht nachweisen.7 Ihr Schicksal bleibt daher noch ungeklärt.
Werdegang des Sohnes Heinrich:
Heinrich Davidsohn wird ebenfalls Arzt. 1896 heiratet er die Jüdin Martha Jacoby in Berlin,8 wo die beiden dann ihr gesamtes Leben verbringen. Sie bekommen zwei Kinder: Erna (*1897), die ebenfalls Ärztin wird, und Ilse (*1900).9 Heinrich stirbt während des NS-Regimes 1940 im jüdischen Krankenhaus in Berlin im Alter von 84 Jahren.10 Seiner Frau Martha gelingt die Flucht ins Ausland. Ihre Töchter planen, ihr zu folgen, aber ohne Erfolg. 1943 werden sie gemeinsam nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.11
spätestens 1878 | Zuzug – von Dr. Julius Davidsohn als Kreisphysikus & Ehefrau Franziska geb. Fürst nach Spremberg, Eröffnung einer Arztpraxis |
24.01.1902 | Todestag – von Dr. Julius Davidsohn in einer Klinik in Berlin |
Die jüdischen Eheleute Julius Davidsohn und Franziska geb. Fürst ziehen ca. 1878 von Ostpreußen nach Spremberg.1 Julius ist Arzt und soll Kreisphysikus im Kreis Spremberg werden. Damit ist er dem Landrat unterstellt, hat die Aufsicht über das Medizinalwesen und ist für die Gerichtsmedizin zuständig. Da das Gehalt eines Kreisphysikers eher gering ausfällt, wird er seinen Lebensunterhalt mit einer eigenen Praxis in Spremberg bestreiten.2 Schließlich wird Julius auch Sanitätsrat.3
Die Eheleute haben mindestens ein Kind, Heinrich (*1865).4 Ob Heinrich selbst auch in Sprembeg gelebt hat, ist unbekannt.
Am Ende seines Lebens kommt Dr. Julius Davidsohn in eine Privatklinik nach Berlin, wo er am 24. Januar 1902 im Alter von 67 Jahren verstirbt.5 Franziska Davidsohn soll laut einer Zusammenstellung über die Lausitzer Juden am 23. September 1912 in Spremberg gestorben sein.6 Das lässt sich allerdings über die Sterbeeinträge des Stadtarchivs nicht nachweisen.7 Ihr Schicksal bleibt daher noch ungeklärt.
Werdegang des Sohnes Heinrich:
Heinrich Davidsohn wird ebenfalls Arzt. 1896 heiratet er die Jüdin Martha Jacoby in Berlin,8 wo die beiden dann ihr gesamtes Leben verbringen. Sie bekommen zwei Kinder: Erna (*1897), die ebenfalls Ärztin wird, und Ilse (*1900).9 Heinrich stirbt während des NS-Regimes 1940 im jüdischen Krankenhaus in Berlin im Alter von 84 Jahren.10 Seiner Frau Martha gelingt die Flucht ins Ausland. Ihre Töchter planen, ihr zu folgen, aber ohne Erfolg. 1943 werden sie gemeinsam nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.11
Archiv der Ahnenforschungsdatenbank ancestry.de:
Brandenburgisches Landeshauptarchiv:
Sekundärliteratur:
Internetseiten: